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Projekt posted 26.03.2009

by Andreas

 

Urban Art

Graffiti hat sich seit seinen Anfängen zu einer Kunstform mit vielschichtigster Formen- und Figurensprache entwickelt. Was mit gesprayten Namen auf New Yorker U-Bahn-Zügen in den 70ern begann, ist als Urban Art voll erblüht. Ob als Schablonenarbeit oder Cut Out aus Papier, ihre Figuren verschönern und kommentieren unübersehbar die Großstädte der Welt. Auch im Overground bekannte Graffiti-Helden wie Jean Michel Basquiat oder Keith Haring sind längst von Urban-Art-Größen wie Banksy oder Shepard Fairey abgelöst worden, deren Werke durch den internationalen Kunstmarkt zirkulieren. Faireys Plakat für den Obama-Wahlkampf ist zu einem Volksmotiv geworden.

Graffiti war von einem rebellischen Wettbewerbsgeist mit Platzhirschmanier geprägt. In der Szene herrschte der verschworene Ehrenkodex von Jungs-Gangs. Die Urban Art bevorzugt einen viel entspannteren Umgang. Aber auch sie setzt ein klares „Reclaim the streets" gegen die Verkommerzialisierung der Kommunikation mit ihren allgegenwärtigen Reklamebotschaften. Während Graffiti auf lokale Szenen begrenzt war, nomadisieren die Künstler der Urban Art in einem permanenten Austausch von Großstadt zu Großstadt. Sie sind weltoffen - und Kunst-offen. Ihr Umgang mit dem klassischen Kunstmarkt ist viel smarter als noch zu Graffiti-Zeiten. Dennoch bleibt Unabhängigkeit das wichtigste Gut der Urban Art und die Straße die wichtigste Galerie.

Gerade in Berlin ist die Urban-Art-Szene nach dem Mauerfall explodiert. Neben den vielen internationalen Größen wie Banksy, Fairey, Os Gemeos, Swoon oder Dave the Chimp haben sich die ortsansässigen Künstler einen gleichwertigen Namen gemacht. El Bocho, Nomad, Gould, XooooX oder die CBS-Crew sind weit über die Stadt hinaus bekannt.

Urban-Art-Festivals wie „Planet Prozess", „Urban Affairs" und vor allem „Backjumps - The Live Issue" dokumentieren nicht nur, was in den Straßen von Mitte, Friedrichshain und Kreuzberg passiert, sondern gleichen es mit den internationalen Entwicklungen ab.

Urban Art tauscht sich als globale Jugendkultur auf immer kunstvollerem Niveau weltweit aus. In Berlin hat sie einen ihrer wichtigsten Knotenpunkte.

 

 

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